Archiv für Oktober 2016

Schüsse auf Flüchtlingsunterkunft in Rheine

In der Nacht von Donnerstag (20.10.) auf Freitag (21.10.) wurde die Flüchtlingsunterkunft an der Elter Straße von Unbekannten mit drei Projektilen beschossen. Hier ist die Pressemitteilung der Bullen:

„In der Nacht zum Freitag (21.10.) gegen 2:30 Uhr wurde ein 28 jähriger Syrer durch ungewöhnliche Geräusche aus dem Schlaf geweckt. Bei der Suche nach einer möglichen Ursache entdeckte der Flüchtling 3 Löcher in zwei Fensterscheiben der in Rheine-Eschendorf gelegenen Wohnung. Zum Tatzeitpunkt hielt sich der Syrer allein in der Wohnung auf. Bei den Löchern handelt es sich um 3 kreisrunde Löcher mit rund 4 mm Durchmesser in den Außenscheiben der Doppelverglasung. Projektile oder andere Hinweise auf die Ursache dieser Sachbeschädigungen konnten bei der Tatortaufnahme nicht gefunden werden.“

Obwohl ein rassistischer Hintergrund noch nicht bestätigt ist, vermuten wir das der oder die Täter aus rassistischen Gründen handelten. Denn in Rheine gab es in der letzten Zeit eine starke Zunahme an rassistischer und neonazistischer Propaganda u.a.: Nazisticker, Hakenkreuzschmierereien und rassistische Tags/Graffitis (besonders in der Innenstadt und im Bereich der Elter Straße). Ebenso wurde das Büro einer Flüchtlingsorganisation beschädigt und mit rechten Parolen beschmiert. DAS PROBLEM HEISST RASSISMUS!

Bericht: Demonstration „Schluss mit dem Nazisscheiss!“

Am 3. Oktober demonstrierten ca. 250 Personen unter dem Motto „Schluss mit dem Nazischeiss!“ gegen den zunehmenden Rassismus und die lokale (Neo-)Naziszene in Hamm. Hintergrund des Datum war, dass die örtlichen Nazis bislang jährlich am 3. Oktober in Hamm eine rassistische Demonstration durchführten. Dieses Jahr meldeten die Nazis aus unbekannten Gründen keine Demonstation an.

Mit lautstarken Parolen und Musik führte die antifaschistische Demonstration vom Bahnhofsvorplatz durch das Lutherviertel und den Marktplatz zurück zum Hauptbahnhof. In verschiedenen Redebeiträgen (von Ultraviolett*, den Jugendlichen ohne Grenzen, SYM, der Linksjugend [’solid] und der Antifaschistischen Aktion Hamm) wurde u.a. die AfD und ihr sexistisches Weltbild, der allgemeine Rechtsruck der Gesellschaft, aber auch der Umgang der Stadtverwaltung mit den Hammer Nazis thematisiert.

Während die Organisator*innen vom Haekelclub509 die Demonstration als störungsfrei bezeichneten und die im Umfeld der Demo patrollierenden Nazis für unrelevant hielten, haben wir als Autonome Antifa Rheine eine andere Einschätzung. So wurden die Demonstration schon am Anfang von vermummten Nazis aus dem Mercure-Hotel abgefilmt und antifaschistische Teilnehmer*innen fotografiert. Auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof standen ca. 5 bis 6 vermummte Nazis mit Fahnen an einer Straßenecke und versuchten zu provozieren; aufgrund des hohen Bullenaufgebot konnten die Nazis leider nicht vertrieben werden. Drei weitere Nazis (u.a.: Yannick Trussat und Tim Hauptführer, die unbekannte dritte Person, Alter ca. Mitte-Ende 30 und ca. 1,90 groß, blonde sehr kurze Haare) versuchten in Höhe des Bahnhofsvorplatzes einzelne Antifaschist*innen zu provozieren und anzugreifen. Dabei stellten sich die Nazis nicht besonderes clever an und konnten trotz der Bewaffnung von Tim Hauptführer mit einem Teleskopschlagstock, durch einzelne Antifaschist*innen schnell vertrieben werden. Obwohl die geringe Anzahl der Nazis und ihre dilletantischen Aktionen nicht überbewertet werden sollte, finden wir es doch besorgniserregend das der Großteil der Nazis bewaffnet war (Alle Nazis wurden von den Bullen durchsucht, bekamen Platzverweise und teilweise Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz). Nur einen Tag später sprühten die Nazis rechte Parolen und Drohungen an das Büro der Partei „Die Linke“.


linkes Bild: Yannick Trussat – rechtes Bild: Tim Hauptführer


Den Nazis in Hamm einen heißen Winter bescheren – Nazitreffpunkt am Kentroper Weg dicht machen!

[Dortmund] 8. Oktober – Naziaufmarsch verhindern!

Das antifaschistische Bündnis BlockaDO mobilisiert gegen den nächsten Naziaufmarsch in Dortmund:

„Für den 8. Oktober mobilisiert der Verein „Gemeinsam stark Deutschland“ (GSD) zu einer Demonstration in Dortmund.

GSD ist ein Spaltprodukt der „Hooligans gegen Salafisten“, die im Oktober 2014 randalierend durch Köln zogen. Zuletzt demonstrierten mehr als 500 rechte Hooligans, von GSD organisiert, durch Magdeburg. Mit dabei waren auch die Dortmunder Neonazis Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt und der Borussenfront-Führer Sascha Rudloff.

In Dortmund möchte GSD den „deutschen Ruhrpott“ gegen den Islam und Terrorismus verteidigen. Die Idee eines „deutschen Ruhrpotts“ wie er den rechten Hooligans vorschwebt ist dabei völlig absurd. Vor 100 Jahren bauten die so genannten „Ruhrpolen“ den Kohle- und Stahlstandort Ruhrgebiet auf. Und auch heute jubeln die Hooligans, wenn sie denn einmal ins Stadion dürfen, türkischstämmigen Ruhrpottjungs wie Ilkay Gündogan oder Mesut Özil zu. Den „deutschen Ruhrpott“ der Nazis gab es nie, und es wird ihn nie geben.

Also, lasst uns am 8. Oktober zusammen auf die Straße gehen und den Nazis zeigen, dass im Pott kein Platz für ihre rassistische Propaganda ist. Nazis auffe Halde!“