Archiv für April 2016

[Münster-Hiltrup] Brandanschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft

Pressemitteilung der Antifaschistischen Linken Münster:

„In der Nacht auf den 27. April wurde eine in Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft durch bislang unbekannte TäterInnen vorsätzlich in Brand gesetzt. Die Antifaschistische Linke Münster geht von einem rassistischen Brandanschlag aus. „Seit Sommer 2015 verzeichnen wir einen massiven Anstieg rassistischer Gewalttaten und Anschläge gegen Flüchtlingsunterkünfte. Erstmals wurde nun in Münster eine in Bau befindliche Unterkunft angezündet. Wir verurteilen diesen Brandanschlag, für den mit großer Wahrscheinlichkeit Rassisten verantwortlich sind“, so Merle Linkowski, Sprecherin der Antifa. Bislang hätten Brandanschläge nur in den umliegenden Kreisen stattgefunden. (Chronik rassistischer Gewalt im Münsterland)

Dass kein Bekennerschreiben vorliege, sei bei solchen Anschlägen üblich. „Rassisten und Neonazis gehen davon aus, dass ihre Taten auch ohne Begründung und Bekennung als das verstanden werden was sie sind: Ausdruck rassistischen Hasses und rechten Terrors“, so Linkowski. Die Polizei müsse nun mit Hochdruck die Ermittlungen aufnehmen. Ob einzelne TäterInnen oder eine organisierte Gruppe verantwortlich seien, müsse erst durch Ermittlungen herausgefunden werden.

Antifa-Sprecherin Merle Linkowski: „Die große Mehrheit der Menschen in Münster steht weiterhin für ein Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen. Aber es wird deutlich, dass durch die Gesellschaft ein Riss geht und die Zahl derer, die Flüchtlingen Schutz und Menschenrechte verwehren wollen, gewachsen ist und diese sich zunehmend aggressiver äußern. Der Anstieg rassistischer Gewalt hat seine Ursache auch in der Hetze gegen Geflüchtete und MigrantInnen durch rechte Parteien. Es ist ein Irrglaube, dass die Verstümmlung des Rechts auf Asyl und die tödliche Abschottung Europas, wie sie von der Bundesregierung in den vergangenen Monaten betrieben wurde, den RassistInnen den Wind aus den Segeln nehmen würde. Das Gegenteil ist der Fall.“

[Rheine] Geldstrafe für Vergewaltigungsbezichtigung

Eine 19-jährige Frau aus Rheine wurde vom Amtsgericht Rheine zu einer Geldstrafe von 400 € verurteilt, nachdem sie einen Flüchtling fälschlicherweise der Vergewaltigung bezichtigt hatte. Der Mann hatte wegen des falschen Vorwurfs elf Stunden in Gewahrsam gesessen. (Quelle)

Chronik rechter Angriffe & Aktivitäten im Münsterland

Die Antifaschistische Linke Münster hat eine Chronik zu rechten Angriffen im Münsterland veröffentlicht, hier ein Auszug des Artikels:

„Deutschland 2015. Kein Tag ohne rechte Gewalt. Kein Tag ohne Anschläge auf Unterkünfte für Geflüchtete. Kein Tag ohne rassistisch motivierte Angriffe auf Menschen. Kein Tag ohne rechte Hetze in sozialen Netzwerken. Keine Woche ohne Dutzende rassistische Aufmärsche. Keine Woche ohne mediale Bühne für Salonrassist*innen aller Couleur. Panikmache? Nein. Ein Blick in die – tendenziell eher beschönigenden – offiziellen Statistiken bestätigt: 2015 gab es bundesweit massive rechte Gewalt in Deutschland und zwar in einem deutlich stärkeren Ausmaß als in den Jahren davor.“
[…]
„Ein Ende der Gewalt ist derzeit nicht abzusehen. Das ansonsten so beschauliche Münsterland stellt in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar. Auch wenn rassistische Mobilisierungen für Demonstrationen bislang nicht erfolgreich waren, gab es 2015 mehr als ein Dutzend Fälle massiver rechter Gewalt im Münsterland. Die polizeiliche Kriminalstatistik 2015 weist 31 rechte Straftaten in den Kreisen Münster, Coesfeld, Steinfurt, Warendorf und Borken (für diese Kreise ist der Staatsschutz Münster zuständig) aus. Die Dunkelziffer der Angriffe dürfte deutlich höher liegen, da nicht alle Attacken zur Anzeige gebracht und nicht alle Gewalttaten von der Polizei als politisch rechts motiviert einsortiert werden.“ [kompletter Artikel]

Rassimus erkennen, benennen und bekämpfen! Gemeinsam und entschlossen – auf allen Ebenen – mit allen Mitteln!

[Münster] 15. April – Hardcorekonzert

Gemeinsam mit dem Punker von Kiss or Kill Shows, starten wir heiß in den Frühling und können euch ein weiteres Konzert in unseren Lieblingsschuppen, der Baracke Münster präsentieren:

CHEAP DRUGS (Hardcore aus Belgien) & INKASSO MOSKAU (Hardcore trifft auf Grind, aus Osnabrück)

Einlass ist um 20 Uhr – Eintritt 5 € – pünktlich sein!

Alle Gewinne werden an einen Antifaschisten aus Münster gespendet, der wegen einer Auseinandersetzung mit Nazis, von staatlicher Repression betroffen ist!

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1. Mai – Naziaufmarsch in Bochum verhindern!

Der Wattenscheider Landesvorsitzende Claus Cremer kündigt einen Aufmarsch der neonazistischen NPD für den 1. Mai in Bochum an. Auch wenn die NPD in NRW angeschlagen ist und erst jetzt mit der Mobilisierung beginnt, könnte es sich – mangels Alternativen – um einen zentralen Naziaufmarsch im Westen handeln. Antifaschistische Gruppen werden der NPD ihren Aufenthalt so ungemütlich wie nur möglich gestalten.

Seit 2008 fand in Bochum kein relevanter Naziaufmarsch mehr statt. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass dies so bleibt. Über weitere Planungen halten wir euch auf diesem Blog und via #nonazisbo auf dem Laufenden.

Bochum ist und bleibt ein hartes Pflaster für Nazis und Rassisten!

[Münster] 9. April – Nachttanzdemo

Am Samstag, dem 09.04. findet eine Nachttanzdemo rund um das Thema „Recht auf Stadt“ in Münster statt. Kommt vorbei, habt Spaß und zeigt, dass Gentrifizierung und die brutale Räumung eines friedlichen Projekts scheiße sind und wir in Münster mehr Raum für bezahlbares Wohnen, kreatives Zusammenleben und unkommerzielle Räume brauchen und wollen!

Im Aufruf heisst es u.a.:

„Seit Jahrzehnten gibt es auch in Münster Kämpfe um bezahlbaren Wohnraum und kreative Freiräume: In Münster und überall sind Hausbesetzungen ein Mittel, sich dieser Verdrängung von Lebensräumen selbstorganisiert entgegenzustellen und an Alternativen zum globalen Kapitalismus zu tüfteln.

In einer Zeit, in der Rassismus wieder salonfähig geworden ist und nicht nur Deutschland einen drastischen Rechtsruck vollzieht, ist es umso wichtiger, Schutzräume zu schaffen in denen rassistische Ressentiments und übergriffiges Verhalten keinen Platz haben. Die brutale Räumung der besetzten Alten Post am Rosenmontag ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie Bürger*inneninteressen zugunsten von Investor*innen übergangen werden und dabei auch nicht vor massivem Gewalteinsatz zurück gescheut wird.“

Startpunkt: 19.30 Uhr – Bremer Platz

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