Archiv für Mai 2015

13. Juni – Wuppertal – Demo

Für den 13.Juni rufen Antifaschist*innen auf, gemeinsam gegen rechte Gewalt auf die Straße zu gehen! Treffpunkt ist um 13 Uhr auf dem Kerstenplatz in Wuppertal-Elberfeld. Hintergrund ist der lebengefährliche Messerangriff vom 11.04.2015 in Wuppertal. Damals wurde ein Antifaschist mit türkischem Migrationshintergrund vor dem Autonomen Zentrum mit zahlreichen Messerstichen in den Rücken und zusätzlich mit stumpfer Gewalt lebensgefährlich verletzt. Die brutalen Angreifer waren HoGeSa-Nazis.

Die polizeilichen Ermittlungen nach dem Angriff sind heftig zu kritisieren. In der ersten Pressemitteilung der Polizei wurde der offensichtliche Hintergrund der Tat nicht eindeutig benannt, stattdessen wurden Besucher*innen des AZs diffamiert und suggeriert, die Tat habe im AZ stattgefunden. Somit wird der Fokus von den Tätern auf die Opfer gelenkt.

Das Verschweigen und Nicht-Benennen von Rassismus, das Bezeichnen von rechter Gewalt als “rechts/links – Auseinandersetzung” sowie die Kultur des Tolerierens und Wegschauens trägt dazu bei, Dimensionen rechter Gewalt zu verharmlosen und führt zu einem weiteren Erstarken menschenfeindlicher Bewegungen jeglicher Art.

Hier der komplette Aufruf.

Faşizme Karşı Omuz Omuza!
Gegen das Verschweigen und Nicht-Benennen von Rassismus!
Gemeinsam gegen rechte Gewalt!

[Münster] 5. Juni Konzert in der Baracke

Yeah! Die Kanadier von NO PROBLEM sind wieder auf Tour und werden am 5. Juni in der Baracke halt machen. NO PROBLEM sind hart, schnell und trotzdem eingängig, irgendwo zwischen Adolescents, T.S.O.L. und Agent Orange, also so wie cooler Punkrock sein muss. Zum locker werden, gibt es vorher rudimentären Deutschpunk von DEMENTIA.

Einlass ist 20 Uhr! Der Eintritt kostet 5 Euro! Gewinne werden für antifaschistische Zwecke gespendet! Präsentiert von KISS OR KILL SHOWS und uns, der AUTONOMEN ANTIFA RHEINE.

P.S.: Am nächsten Tag geht es dann nach Neuruppin, Nazis das Leben schwer machen!

Hinweis:
Mitglieder extrem rechter Parteien oder Organisationen, sowie Personen, die der rechten Szene angehören oder mit ihr sympathisieren oder in der Vergangenheit durch rassistische Wortbeiträge aufgefallen sind und Veranstaltungen gestört haben, sind von der Teilnahme an den Veranstaltungen ausgeschlossen. Die Veranstalter*innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

Kurzberichte:

12.05.2015 – Wuppertal
Das AZ Wuppertal hat eine dritte Erklärung zum Messerangriff auf einen Antifaschisten veröffentlicht. Am 11. April griffen mehrere Nazis, einen Antifaschisten vor dem AZ mit einem Messer an, dabei wurde der Angegriffene durch mehrere Stiche in den Rücken lebensbedrohlich verletzt und liegt seit dem im Krankenhaus. Einer der Nazis (Patrick Petri) sitzt in Untersuchungshaft, die restlichen Täter sind noch nicht bekannt, dagegen ermitteln die Bullen lieber gegen Besucher*innen des AZ und Zeug*innen des Vorfalls! Wir wünschen dem Betroffenen viel Kraft, eine schnelle Genesung und gute Besserung!

11.05.2015 – Münster
In der Nähe der Wartburgschule versammelten sich Demonstrant*innen und Bewohner*innen des Protestcamps um ihren Forderungen nach einer „Stellungnahme der Stadt“ und einer Verbesserung der Situation in der Wartburgschule Ausdruck zu verleihen. In der Wartburgschule befinden sich zur Zeit ca. 130 Flüchtlinge, welche akut von Abschiebung bedroht sind. Seit einigen Wochen gibt es hier regelmäßig Aktionen und seit dem 04.05.2014 auch ein Protestcamp um die Abschiebung zu verhindern.

08.05.2015 – Münster
Zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus und der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands, gab es in Münster eine Demonstration mit ca. 200 Teilnehmer*innen, wie in den Vorjahren gab es am Zwinger eine Gedenkkundgebung, wovon aus die lautstarke Demonstration startete. Anschließend wurde der Abend in der Antifakneipe „Pien Kabache“ gemütlich mit Getränken, Feuerwerk und Musik beendet.

08.05.2015 – Hamm
Zum hundertsten Geburstag von Kurt Julius Goldstein (Journalist, Widerstandskämpfer und Auschwitzüberlebender) wurde in Hamm eine Straße von Antifaschist*innen umbenannt. Quelle.

02.05.2015 – Northeim
Nazis die auf der Rückfahrt von ihrer Demonstration in Erfurt waren, staunten wohl nicht schlecht, als 30 Eintracht Frankfurt Fans ihnen deutlich machten das sie unerwünscht seien. Dickes Lob von uns an die Fussballfans.

01.05.2015 – Werne
Im örtlichem Jugendzentrum brachen Nazis ein und sprühten mehreren Hakenkreuze und Naziparolen. Quelle.

6. Juni – Naziaufmarsch in Neuruppin verhindern!

Am 6. Juni werden Nazis aus dem ganzen Bundesgebiet unter dem Motto: „Tag der deutschen Zukunft“ in Neuruppin (TddZ) die Abschlußdemonstration der zugehörigen Kampagne durchführen. In die­sem Rah­men wol­len sie einer­seits durch Anhei­zen ras­sis­ti­scher Denk­mus­ter an beste­hende Res­sen­ti­ments und die ras­sis­ti­sche Stim­mun­gen in Tei­len der Gesell­schaft anknüp­fen und ande­rer­seits eine Droh­ku­lisse gegen­über Migrant*innen und Geflüch­te­ten aufbauen.

Der so genannte „Tag der deutschen Zukunft“ (TDDZ) ist eine 2009 aus dem neonazistischen Kameradschaftsspektrum initiierte und seitdem jährlich stattfindende, kampagnenartig geführte Veranstaltungsreihe, deren Höhepunkt ein Aufmarsch in dem jeweiligen Austragungsort ist. Zunächst war der Aktionsradius mit Aufmarschzielen wie Pinneberg (Schleswig-Holstein), Hildesheim (Niedersachsen), Braunschweig (Niedersachsen), Hamburg und Wolfsburg (Niedersachsen) auf den norddeutschen Raum beschränkt. Mit dem Aufmarsch im Jahr 2014 in Dresden (Sachsen) hat sich das Einflussgebiet der Veranstaltung jedoch auch auf den ostdeutschen Raum erweitert. Auf der antifaschistischen Bündnisseite findet ihr weitere Informationen.

Wir rufen alle enga­gier­ten Antifaschist*innen dazu auf gemein­sam den Na­zis ent­ge­gen zu tre­ten. Wer Nazis wirksam entgegentreten will muss ihnen die Räume nehmen! Also: Kommt am 6. Juni nach Neuruppin und lasst uns gemeinsam den Naziaufmarsch blockieren!

[Update] Die Nazis und der 1.Mai…

…wie jedes Jahr versuchte auch 2015 die Naziszene am 1.Mai, dem internationalen Kampftag der Arbeiterklasse, öffentlichkeitswirksam durch Demonstrationen ihre Propaganda zu verbreiten und diesen Tag in revisionistischer Art umzudeuten. Dabei gab es bundesweit Übergriffe von Nazis auf Gegendemonstrant*innen und Journalist*innen, sowie Auseinandersetzungen mit den Bullen. Einen sehr guten Gesamtüberblick findet ihr auf dem Blog von Publikative. Hier eine kleine Zusammenfassung von uns:

Beim größten Naziaufmarsch im thüringischen Saalfeld nahmen zwischen 600 und 700 Nazis aus Thüringen, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg teil. Die Demonstration wurde von der Nazipartei „Der Dritte Weg“ angemeldet. Im Vorfeld und bei der Durchführung kam es zu mehreren Angriffen auf Journalist*innen und Antifaschist*innen; dabei wurden mehrere Personen verletzt. Die Stimmung bei den Nazis wurde als sehr aggressiv beschrieben. Desweiteren kam es zu mehreren Durchbruchsversuchen von vermummten Nazis, die durch die Cops aber verhindert wurden. Trotz einer Vielzahl von Straftaten behielten die Bullen ihren Kuschelkurs gegenüber den Nazis aufrecht. Beim Presseservice RN und bei Bialek findet ihr, wie immer gute Fotos und bei Indymedia noch einen Kurzbericht.

In Weimar griffen bis zu 40 Nazis die DGB Kundgebung an und verletzten dabei drei Personen. Die Nazis, die JN-Schilder bei sich trugen, bemächtigten sich des Mikrophons, skandierten rechte Parolen und griffen die Veranstalter*innen und Gäste der Kundgebung mit massiver körperlicher Gewalt an. Die zwei Dorfbullen versuchten erst gar nicht, sich den Nazis in den Weg zu stellen. Eine Kurzbericht mit vielen Bildern der Angreifer findet ihr bei Indymedia.

Zwischen 200 (Presseangaben) und 350 (Bullenangaben) Nazis versuchten von Essen aus nach Gelsenkirchen zu marschieren. Angemeldet hatte dies die Partei „Die Rechte“, dabei kam es immer wieder zu kleinen Auseinandersetzung mit Antifaschist*innen und Bullen. Bereits am Nachmittag kam es zu einem Aufeinandertreffen von Nazis und Antifas im Dortmunder Hauptbahnhof. Ihr Ziel, das Gelsenkirchener Stadtgebiet, erreichten die Nazis aufgrund antifaschistischer Blockaden von Gegendemonstrant*innen (mit hoher Beteiligung von Schalker Ultras und Hools) nicht mehr. Anschließend zogen 100 Nazis durch die Essener Innenstadt und bekamen Platzverweise durch die Cops.

Die NPD organisierte in Mönchengladbach eine Demonstration, an der rund 150 Nazis teilnahmen. Neben der NPD waren auch Nazis von der Partei „Die Rechte“, sowie die selbsternannten „Hools“ von HoGeSa vertreten, die besonders dadurch auffielen, das sie alkoholisiert pöbelten und durch ihre Kameraden ausgeschlossen wurden. Bei Klarmann findet ihr gute Fotos.

Auch in Worms versuchte die NPD zu demonstrieren. Die ca. 140 Nazis konnten nach kurzer Wegstrecke aufgrund antifaschistischer Blockaden nicht weiter laufen und mussten umkehren. Der NPD Kandidat Arthur Sitarz zeigte noch den Hitlergruß und wurde daraufhin von den Bullen festgenommen.

In Neubrandenburg fand ebenfalls ein Aufmarsch der NPD mit 350 Nazis statt. Aufgrund von Blockadeaktionen konnten auch hier die Nazis nicht ihre gesamte Route ablaufen. Etwa 700 Menschen nahmen an der Demonstration des „Bündnis Neubrandenburg Nazifrei“ teil.

In Thüringen veranstaltete die NPD einen von 150 Nazis besuchten Aufmarsch in Erfurt. Die Nazis konnten ihre gesamte Route unter Protest von mehreren hundert Gegendemonstrant*innen und -wie immer- dem Schutz der Bullen laufen.

Die Berliner NPD mobilisierte zu zwei Kundgebungen. Lediglich 53 Neonazis aus Berlin und aus Brandenburg erschienen und bekamen zahlreichen und lauten Protest zu spüren.

Ein dickes Dankeschön und Respekt an alle, die sich den Nazis entgegen gestellt haben. Wir wünschen allen Verletzten eine schnelle Genesung und gute Besserung. Ein dickes Verpisst euch geht – wie immer – an alle Nazis und Bullen raus!