Archiv für August 2014

Barkhindo bleibt! – Abschiebung verhindern!

Am 19.09.2014 um 11 Uhr soll in Münster der Gerichtsprozess um das Bleiberecht von Barkhindo Diallo beginnen. Der Saerbecker ist im Alter von 17 Jahren aus Guinea geflüchtet, da er dort zur Zielscheibe eines Glaubenskonflikts wurde. Eine Abschiebung wollen wir nicht hinnehmen. Wir rufen daher auf den Prozess zu besuchen und Barkhindo zu unterstützen. Mehr In­fos fin­det ihr auf der Son­der­sei­te „Bark­hin­do bleibt“.

Wir hal­ten es für rich­tig dort mit mög­lichst vie­len Men­schen auf­zu­tau­chen und Bark­hin­do zu un­ter­stüt­zen. Oh­ne­hin dürf­te da­durch ein ge­stei­ger­tes öf­fent­li­ches In­ter­es­se si­gna­li­siert wer­den und Druck auf­ge­baut wer­den. Packt eure Freun­d_in­nen, Fa­mi­li­en und Mit­strei­ter_in­nen ein und kommt vor­bei.

19. September – 11 Uhr – Verwaltungsgericht / Piusallee 38

Bericht: Konzert und Antifakneipe

Am 8. August fand zum zweiten Mal unsere Antifakneipe „Pien Kabache“ in der Baracke statt, als kleines Highlight gab es vorher noch eine Hardcore/Punkshow mit Dark Hansen und Bijou Igitt. Wir danken allen Bands, Besucher*innen, fleißigen Helfer*innen, der Baracke und unserem Mischer für diesen coolen Abend!

Der Abend startete schon recht früh und als Anheizer gaben Bijou Igitt vor dem kleinen Kreis von Menschen mit Musikgeschmack ihren deutschsprachigen Punk zum Besten. Mit Songtiteln wie Kopfprovinz, S.O.S. Affenalarm oder Chaosteam Im Dackelstress bewiesen sie das auch Hamburger Humor haben. Danach kamen Dark Hansen, die schon zum zweiten Mal auf einer Show von uns spielten, mit ordentlich lauten Hardcore der auch bei langsameren, düsteren Parts sehr gefiel. Nach einer kleinen Umbauphase begann unserer Kneipenabend und die Baracke wurde ordentlich voll. Mit leckerem veganem Essen, Cocktails oder anderen Kaltgetränken konnten alle noch den Abend genießen und so wurde noch bis in die Nacht gequatscht, gefeiert und getanzt! P.S.: ein dickes Dankeschön an die Künstler*innen, die ein Pien Kabache Graffiti gestalteten.

Alle Gewinne des Abends fließen in Anwaltskosten aufgrund der Repression gegen die Rote-Florademonstration am 21.12.13 in Hamburg!

Draußen wurde noch ein Solifoto gemacht – um eine Grußbotschaft an den Australier Jock zu senden – der in Bulgarien seit 2007 im Knast sitzt und zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, weil er zwei Roma half die von 15 Nazihools angegriffen wurden. Die beiden Roma konnten flüchten und die Hools griffen daraufhin Jock mit Pflastersteinen an. Jock verteidigte sich mit einem Messer und tötete dabei einen der Angreifer und verletzte einen Weiteren. Schlecht für ihn, dass es sich bei dem Getöteten um einen Angehörigen einer wohlbekannten bulgarischen Familie, die hohes Ansehen genießt, handelt. Die Bullen ermittelten natürlich nicht gegen die rassistischen Angreifer und ignorierten die klare Notwehrsituation von Jock. Hier findet ihr noch eine deutsche Übersetzung der Hintergründe. FREE JOCK! FUCK NAZIS! ANTIFA IS SELF-DEFENSE!

Rassistischer Angriff in Neuenkirchen

Die Münsterländische Volkszeitung berichtete das am Abend des 30. Juli in Neuenkirchen ein 17-jähriger Schüler von zwei Männern erst rassistisch beschimpft und dann körperlich angegriffen wurde. Der junge Mann erlitt durch die Schläge und Tritte einen Handbruch und mehrere Prellungen am ganzen Körper, „der Patient war schwer verletzt“, lautet die Diagnose der Mediziner. Die Folge: Schmerzen, Kopfweh, Erbrechen und Schlafstörungen. “ Er benötigt schwere Schmerzmittel. Die komplette Heilung ist erst in einigen Wochen bis Monaten zu erwarten“, heißt es im Arztbericht.

Einer der beiden Täter ist bei den Bullen schon wegen Körperverletzung bekannt. Laut Aussagen des Opfers, bedrohten die beiden Täter den 17- jährigen auch noch das „sie ihn abstechen werden“. DAS PROBLEM HEISST RASSISMUS! RASSISMUS ÜBERALL BEKÄMPFEN!

Kurzberichte:

26.07.2014 – Osnabrück
Am Samstag demonstrierten ca. 50 Personen unangemeldet durch die Innenstadt von Osnabrück. Die Demonstrant*innen wollten damit ihre So­li­da­ri­tät mit Josef zei­gen (siehe unten), der in einem Schaupro­zess in Wien schul­dig ge­spro­chen wurde. Passanten wurden durch Flyer über das groteske Gerichtsverfahren in­for­mier­t und eine Sambagruppe machte auch noch ordentlich Krach. Einen ausführlichen Bericht gibt es bei der JAKO.

23.07.2014 – Münster
Laut einem Bericht auf Linksunten wurde in Münster ein Farbanschlag auf die Ausländerbehörde verübt. Begründet wurde die Aktion:

„durch den täglichen rassistischen Umgang mit Menschen die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, den täglichen Abschiebungen und der sozialen Kontrolle, die durch diese Institution ausgeübt wird. Besonders zynisch finden wir die dort angebrachte Werbung „Münster sei Gastfreundlich“ während gleichzeitig unerwünschte Personen abgeschobenen werden. Nur einen Tag vor unserer Aktion wurde eine iranische Familie mitten in der Nacht von der Ausländerbehörde und den Bullen abgeholt und abgeschoben.“

Gleichzeitig wurde sich solidarisch mit den Aktivist*innen aus Osnabrück gezeigt, die schon mehrere Abschiebungen verhindern konnten. Auch die Lokalpresse berichtete ausführlich über den Vorfall.

22.07.2014 – Wien
In Wien wurde der Jenaer Student Josef trotz entlastender Aussagen und keinerlei Beweisen für die Anschuldigungen wegen versuchter schwerer Körperverletzung, schwerer Sachbeschädigung und Landfriedensbruch in Rädelsführerschaft – für schuldig erklärt. Er wurde zu 12 Monaten teilbedingter Haft, d.h. 4 Monaten unbedingter und 8 Monaten bedingter Haft, verurteilt. Da er bereits ein halbes Jahr im Knast saß, wurde er am Dienstag auf freien Fuß gelassen. Hintergrund sind die Proteste gegen den WKR-Ball der Rechtspopulisten und Burschenschaften in Österreich. Die Begründung des Richters: Josef wurde für schuldig befunden, weil ihm seine Unschuld nicht nachgewiesen werden konnte – eine Verdrehung des Rechtsstaates sondersgleichen. Der gesamte Prozess glich eher einem Schauprozess und der politische Verurteilungswillen der Justiz war spürbar. JOSEF IST FREI, ABER VERURTEILT – DER KAMPF GEHT WEITER!

Hier findet ihr ausführliche Berichte und Stellungnahmen zum Prozess:

Statement von Josef
Pressemitteilung der Soligruppe zum Urteilsspruch
Interview mit Josef
Interview der Verteidigung zur Berufung
Videobericht vom Prozess
Soliaktion in Münster

13.07.2014 – Münster
Die Westfälischen Nachrichten berichteten, dass die Deutsche Hochschule der Polizei in Münster mit Teerbeuteln attackiert wurde. Die Gruppe von „Autonomen Anarchist_innen“ wollte ein Zeichen gegen Polizeigewalt setzen. Der Hintergrund der Aktion sollen die Bullenübergriffe bei der Demonstration am 03.03.12 und am 04.07.14 sein. Quelle.