Archiv für Februar 2013

Kurzberichte

20. 07. 2013 Hamm:
Ein halbes Jahr nach dem Verbot der „Kameradschaft Hamm“ kündigt die Hammer Neonazi-Szene eine Demonstration am 20. Juli an. Hamm ist seit langer Zeit ein Schwerpunkt der Neonaziszene in NRW, allein in den ersten drei Jahren der 2003 gegründeten „Kameradschaft Hamm“ wurden elf Demonstrationen und Kundgebungen in Hamm abgehalten. Umso bemerkenswerter erscheint vor diesem Hintergrund die von der Stadtverwaltung vor zwei Wochen verkündete Einschätzung, dass aufgrund der „Erfahrungen der vergangenen Jahre“ eindeutig festgestellt werden könne, „dass Hamm keine Hochburg für Rechtsextremismus, Gewalt oder Rassismus ist“. Ausführliche Informationen findet ihr in einer Stellungnahme der antifaschistischen Aktion Hamm. Zurzeit wird auch in der kommunalen Politik über Strategien gegen die Nazis debattiert. Wie dies in der Praxis aussieht, zeigt das Handlungskonzept der Stadt; ein „Armutszeugnis“, wie das antifaschistische Jugendbündnis haekelclub590 befindet:

„Als Fazit bleibt festzustellen, dass dieses Konzept einem unüberlegtem Schnellschuss gleichkommt und nicht das Papier wert ist, auf das es gedruckt ist. Anstelle einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Gefahr von Rechts und Strategien, dieser entgegenzuwirken, werden falsche Behauptungen getroffen, unvollständige oder ungenaue Angaben und wissentlich falsche Feststellungen gemacht. „

Naziaufmarsch in Hamm zum Desaster machen!

25.02.2013 Dortmund:
Der Streit zwischen den ehemaligen Mitgliedern des (verbotenen) „Nationalen Widerstandes Dortmund“ (NWDO) und der Dortmunder NPD um Matthias Wächter eskaliert zunehmend. Die schon seit Jahren vorhandene Feindschaft zwischen beiden Lagern besteht wohl aus persönlichen Animositäten und inhaltlichen Differenzen: weitere Informationen findet ihr hier. Trotz weiteren Naziaktivitäten u.a.: Angriffe rechter BVB-Anhänger aus Dortmund nach einem Champions League-Auswärtsspiel in Donezk wird auch von antifaschistischer Seite weiter Druck auf die lokale Naziszene ausgeübt. Der an mehreren gewaltätigen Übergriffen beteiligte Nazihooligan Paul Pietrzinski wurde in seinem Wohnumfeld und bei seinem derzeitigen Arbeitgeber geoutet.

23.02.2013 Emsdetten/Rheine:
In Emsdetten wurde ein erst genehmigter Anti-Atominfostand mit der Begründung verboten dass ca. 130 m weiter von zwei Robin-Wood-AktivistInnen ein Transparent in Bäumen aufgehangen wurde. Einen Bericht der Fukushima-Mahnwachen-Initiative findet ihr hier, außerdem berichtete die Antiatomgruppe SofA aus Münster über eine Transparentaktion in Rheine.

19.02.2013 München:
Ger­hard Frey ist tot, der Multimillionär war der Mit­be­grün­der und Finanzier der rech­ten Partei „Deut­schen Volks­uni­on“ (DVU) und ver­starb einen Tag nach sei­nem 80. Ge­burts­tag. „Quelle“

12.01.2013 Bergkamen:
Trotz abgesagtem Naziaufmarsch fanden sich über 200 Menschen in der Bergkamener Innenstadt zusammen, um ein Zeichen gegen rechte Umtriebe in der Stadt zu setzen. Mehr erfahrt ihr bei der „Antifa UNited“.

Reader über „die Rechte“ in NRW

Mehrere antifaschistische Gruppen aus NRW (u.a.: auch wir) veröffentlichten einen Reader über „Die Rechte“. Darin werden die Strukturen und Personen der neonazistischen Partei aufgedeckt und die Entwicklung der Naziszene in NRW nach den staatlichen Verboten analysiert.

„Unter dem Deckmantel von „Die Rechte“ versucht die Neonazi-Szene den ­­Verboten zu trotzen. Die Re-Organisierung geht zügig voran, besonders in Dortmund. Die Szene der Ruhrgebiets-Stadt behält ihre dominante Stellung bei. Antifaschist*innen sollten im Kampf gegen die Neonazi-Strukturen nicht nachlassen. Die staatliche Verbotspolitik hat die Neonazis nicht gestoppt, sie dient der Beruhigung der kritischen Öffentlichkeit und der PR-Arbeit für die „Sicherheitsbehörden“. Das Image von Polizei und Geheimdiensten, deren „Versagen“ und Verstrickungen im Zusammenhang mit den NSU-Taten offenkundig wurden, soll aufgebessert werden. Wir wissen aber, dass gegen Neonazis gesellschaftlicher Widerstand notwendig ist, der zudem nicht bloß auf die organisierten Neonazis blickt, sondern Nationalismus, Rassismus und anderen Ideologien der Ungleichwertigkeit entgegentritt. “

Den Reader könnt ihr hier herunterladen.

Kurzberichte

09.03.2013 Münster:
Wie schon in den vergangenen Jahren hat auch dieses Jahr die fundamentalistische – christliche Gruppe „EuroProLife“ zu einem „Gebetszug für das Leben“ aufgerufen. Dieser selbsternannte „Tausendkreuzemarsch“ bietet eine breite Plattform für Abtreibungsgegner*innen un­ter­schied­li­cher po­li­ti­scher und welt­an­schau­li­cher Aus­rich­tung, die dadurch ihrer homophoben, sexistischen und frauenfeindlichen Weltansicht Ausdruck verleihen wollen. Diese reaktionäre Position bietet ein breites Spektrum an Anknüpfungspunkten für Menschen mit rechtem Gedankengut, was die Anwesenheit bekannter Nazis in den letzten Jahren auch gezeigt hat. Wir werden weiter Widerstand leisten, wenn rechte Populist*innen jeder Art die Stra­ße er­obern wol­len und ihnen un­se­re Kritik ent­ge­gen­set­zen! Wir rufen dazu auf, die Proteste zu unterstützen!
Treffpunkt ist am 09.03.2013 um 11 h am Bremer Platz, Hbf Münster. Weitere Informationen findet ihr hier.

Kein Gott ! Kein Staat ! Kein Patriarchat !

09.03.2013 Gronau:
Am Samstag den 09. März werden anlässlich des zweiten Jahrestages der Atomkatastrophe in Fukushima im Rahmen bundesweiter und internationaler Proteste auch in Gronau wieder Atomkraftgegner*innen direkt an der Urananreicherungs-anlage der URENCO für deren sofortige Stilllegung demonstrieren!. Weitere Informationen findet ihr hier.

06.02.2013 Frankfurt:
Die Bullen haben am 06.02 mindestens zehn Wohn- und Arbeitsräume von Fotojournalisten in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg zeitgleich durchsucht. Laut Durchsuchungsbeschluss werden die Fotojournalisten nicht selbst einer Straftat verdächtigt oder beschuldigt. Vielmehr hofft die Frankfurter Staatsanwaltschaft, Beweise für unterstellte Straftaten von Teilnehmer*innen einer Demonstration am 31. März 2012 in Frankfurt zu finden. Einen ausführlichen Bericht findet ihr auf der Blockupy-Frankfurtseite und einen zusätzlichen Bericht über die Demonstration am 08.02. könnt ihr hier finden.

Bericht: Solikonzert 26. Januar

Mehr als hundert Menschen besuchten das von uns organisierte Punkkonzert in der Baracke Münster. Als erste Band spielten No Name for a Use ihre Tributsongs, danach legten die Latex Lovers mit ihren Oldschool-Punkrock los und das Publikum dankte es tanzend. Dark Hansen lieferten zum Abschluss einen dicken Hardcoresound und wer Interesse hatte, konnte sich am Antifa-Infotisch Informationen über die regionale Naziszene holen oder sich mit antifaschistischer Literatur eindecken. Danach ließen wir den Abend mit 70er/80er Punkrock und Antifarap bzw. netten Gesprächen am Antifa-Infotisch langsam ausklingen.

Wir danken allen Bands, Helfer*innen, der Baracke und natürlich allen Besucher*innen für diesen schönen Abend!