Archiv für Mai 2012

Kurzberichte [Update]

06.10.2012 – Hamm:
Die Kameradschaft Hamm hat, für den 6. Oktober, eine Demonstration unter dem Motto „Für ein Europa der Vaterländer statt EU-Globalisierungswahn!“ in Hamm angekündigt. Damit versuchen die Nazis ihre Demonstration als festen Termin für die regionale Naziszene zu etablieren. Achtet auf Ankündigungen! Weitere Infos findet ihr bei der Antifa Hamm.

02.07.2012 – Emsdetten:
In Emsdetten versuchten 4 Nazis eine Veranstaltung zu unterwandern, da bei dieser ein Film über Rechtsrock gezeigt wurde. Die Junge Union als Veranstalter sah sich leider nicht in der Lage die pöbelnden Nazis der Veranstaltung zu verweisen.
Einen ausführlichen Bericht findet ihr hier.

19.06.2012 – Münster:
In der Nacht zum 19. Juni 2012 wurde das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW an der Weseler Straße mit der Parole „3.3. Kein Vergeben!“ besprüht und Farbeier auf Polizeieinsatzfahrzeuge geworfen. In der auf Indymedia veröffentlichten Stellungnahme heißt es dazu: ‘‘Am 3. März zeigten die Bullen das sie um jeden Preis die Nazis marschieren lassen wollten. (..) Den Protest von mehreren tausend Menschen kriminalisierten die Bullen und zeigten ihre Art der Deeskalation: Pfefferspray- und Schlagstockeinsatz. (..)Nicht das wir so naiv wären und denken dies wäre ein trauriger Einzelfall, nein leider ist Bullengewalt tägliche Realität in Deutschland. (…)Rassistische Kontrollen, Abschiebungen, die Vertreibung von sogenannten „unerwünschten Personen“ aus den (Innen-)Städten und die ungezählten Schikanen und Übergriffe auf Migrant*innen, Linke und Punks sind gängige Praxis in Deutschland!‘‘ Quelle

09.06.2012 – Lingen:
Ein Informationstand der NPD wurde von Antifaschist*innen auf dem Lingener Marktplatz verhindert. Nachdem die Nazis bei ihrer Propagandaaktion gestört wurden und unter anderem das Wahlmaterial der NPD entsorgt wurde, bauten die Nazis ihren Stand ab.
Infos: hier

28.05.2012 – Münster:
Am Dienstag den 28.05.2012 stoppten zwei Kletteraktivist*innen ein Schiff mit Atommüll auf dem Kanal. Durch das Abseilen von der Wolbecker-Straße-Kanalbrücke blockierten sie die Weiterfahrt des Schiffes mit radioaktiv strahlenden Pumpen und Dampferzeugereilen aus Obrigheim über sechs Stunden.
Infos: SofA Münster

18.05.2012 – Lingen:
In der Nacht zum 18.05.2012 wurde der Neonazi Roland Schreiber (siehe vorheriger Kurzbericht) in seiner Nachbarschaft geoutet.
Einen Bericht findet ihr hier.

Bericht: Pro Nrw in Hamm und MS

Hamm-Heessen

Am 2. Mai führte die Wahlkampftour der rechtspopulistischen Partei „proNRW“ zur diesjährigen Landtagswahl nach Hamm. Nur wenige Meter von der Yunus-Emre-Moschee in Hamm-Heessen entfernt versuchten diese ihre rassistische, rechtsradikale und islamophobe Propaganda zu verbreiten. Die IG BCE Heessen, der haekelclub 590, der Knappenverein Heessen, die Heessen SPD sowie Bündnis90/Die Grünen Heessen riefen vor diesem Hintergrund zur Demonstration gegen proNRW auf. Die Gegendemonstration, die laut Veranstalter*innen ca. 150-200 Teilnehmer*innen hatte, zog gegen ca. 16:30 Uhr lautstark in Richtung der Yunus-Emre-Moschee, wo sie mit lautstarkem Beifall von den bereits anwesenden Gegendemonstrant*innen begrüßt wurde. Mit lauten Gesängen, Musik und wüsten Beschimpfungen durch Anwohner*innen, der Moscheegemeinde und Gegendemonstrant*innen wurde die rassistische Hetze der acht anwesenden Personen von proNRW, welche mit zwei Deutschlandfahnen und einer islamfeindlichen Karikatur ausgestattet waren, gezielt gestört, wenn auch nicht verhindert. Auffällig war neben dem recht hohen Bullenaufgebot, die Anwesenheit mehrerer Zivibullen aus Hamm, Dortmund und Unna, wobei letztere noch einen proNRWler mit ihrem Auto zum Bahnhof chauffierten. Einen Bericht der Antifa Hamm findet ihr hier.

Münster

Am 07. Mai führte ebendiese Wahlkampftour die Rechtspopulist*innen nach Münster. Um ca. 14 Uhr fanden sich die kläglichen 11 Personen der selbst ernannten “ Bürgerbewegung “ auf der Hansestraße in Höhe der Baitul-Momin-Moschee ein. Anders als in vielen anderen Städten (proNRW tourt seit über einer Woche durch das Land) konnten sich die Rassist*innen direkt vor der Moschee versammeln. Einzig und allein ein Parkplatz eines ansässigen Autohändlers trennte die Rassist*innen von der Moschee. Der Autohändler beteiligte sich auf seine Art und Weise an den Protesten, in dem er die Hupen mehrerer Autos anstellte. An der Kundgebung, die u.a von dem Bündnis „ Kein Meter “ organisiert wurde, nahmen etwa 80-90 Antifaschist*innen teil, die lautstark und kreativ gegen“ proNRW “ demonstrierten. Von der Hansestraße näherte sich eine weitere Gruppe Antifaschist*innen, die sich durch das maßlos überzogene Auftreten der Bullen zurückziehen mussten und auf das Feld auswichen. Dort gelangten die ca. 30-40 Personen in Rufweite und protestierten lautstark gegen die Veranstaltung von “ proNRW “. Ein näheres Herankommen an die Rassist*innen war nicht möglich, da die Pferdestaffel der Bullen den Weg versperrte. Wenig später untersagte die Polizei den Rechtspopulist*innen die Benutzung ihrer Lautsprecheranlage, worauf sie ihre rassistische, islamophobe und antisemitische Hetze durch ein Megafon gröhlten. Ebenfalls wurden die stark umstrittenen, islamfeindlichen Karikaturen gezeigt. Als der Bulli von “ proNRW “ um ca. 15.30 Uhr zurückfuhr, wurde es für die Bullen noch einmal unübersichtlich als einige Antifaschist*innen den Bulli umringten und es zu einem kleinen Handgemenge kam. Gegen eine Person wurde ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet.

Weitere Infos zu diesen Berichten und zu der Wahlkampftour von proNRW findet ihr auf der folgenden Seite: „Kampagne Contra geben!“

Bericht: 1.Mai Bonn

Wie in vielen anderen Städten in der Bundesrepublik demonstrierten auch in Bonn am 1.Mai Nazis. Die Nazidemonstration sollte zuerst in Dortmund stattfinden, wurde dann aber abgesagt um auf Bonn auszuweichen. Dafür das es der zentrale Aufmarsch der Nazis werden sollte, waren nur ca. 200 Nazis (vorallem aus Unna/Hamm und einige bekannte Arschlöcher aus Münster) vor Ort und wurden von mehreren tausend Gegendemonstrant*innen empfangen. Die Bullen konnten die nur 1500 Meter lange Route der Nazis ohne große Schwierigkeiten komplett absperren und verhinderten somit jeden direkten Protest, jedoch wurde den Nazis lautstark verbal entgegen getreten und zahlreiche Plakate, Transparente und Aufkleber entlang der Naziroute verdeutlichten dies. Die Bullen verletzten wie immer mehrere Menschen durch unnötigen Pfeffersprayeinsatz und ließen dafür ca. 100 Nazis nach Köln fahren, die dort direkt am Bahnhof Personen angriffen and dann unbehelligt nach Wuppertal weiter fuhren um dort „spontan“ zu demonstrieren. Leider gelang es nicht rechtzeitig nach Köln zu kommen, dort angekommen waren die Nazis längst weiter gefahren.

Einen Bericht über den Tag findet ihr: hier.