Archiv für April 2012

Kurzberichte

13.04.2012 – Hopsten:
In der Nacht vom 13. auf den 14. April kam es durch mehrere Jugendlichen zu einen Brandanschlag auf ein Wohnhaus mit überwiegend vermeintlichen nicht-deutschen Bewohner*innen. Die Jugendlichen wurden von der Polizei gefasst und äußerten unter anderem das in einem Ort wie Hopsten Ausländer nichts zu suchen hätten. Die Bewohner konnten den Brandsatz rechtzeitig löschen und wurden glücklicherweise nicht verletzt. Infos: Antifa Netzwerk MS/OS-land

01.04.2012 – Dortmund:
Auch in diesem Jahr gab es wieder eine Demonstration gegen rechte Gewalt in Dortmund. Dieses Jahr zog die Demonstration durch Dortmund-Dorstfeld, in dem einige der aktiven Nazikader der Stadt wohnen. Mehrere Hundert Antifaschist*innen informierten durch Lautsprecherdurchsagen, Redebeiträgen und Parolen die lokale Bevölkerung über die Dortmunder Naziaktivitäten. Die Bullen lieferten die üblichen Schikanen gegenüber der Demonstration, wie Aufhalten der Demonstration wegen angeblicher Vermummung und Kleben von Aufklebern. Vermummte Nazis konnten jedoch ohne Probleme durch die Bullen die Demonstration am Ort ihrer Abschlußkundgebung abfotografieren. Gleichzeitig lief der Mietvertrag der Nazis für ihr selbsternanntes „Nationales Zentrum“ aus. Die Bullen drohten eine Räumung an, woraufhin die Nazis das Haus freiwillig verließen und eine Demonstration durch die Stadt durchführten. Leider konnte diese nicht verhindert werden, jedoch gab es zahlreiche Protestaktionen. Einen Bericht findet ihr bei der Antifa Union Dortmund

30.03. – 04.04.2012 – Emsdetten:
In Emsdetten kam es zu mehreren Naziaktivitäten: Zum einen hat die NPD ihren Wahlkampf am 04.04 gestartet und sammelt Unterschriften für die Landtagswahl. Zudem gab es zwei Naziübergriffe am 30.03 sowie am 03.04.: Ein Passant wurde angegriffen nachdem dieser einen Nazi darauf aufmerksam gemacht hatte, dass das Beschädigen und Zerstören von Wahlplakaten eine Straftat sei. Die gleiche Person fiel in der ganzen Gegend durch Beschädigung von Wahlplakaten auf. Auch am 30.3. kam es zu einem Vorfall in der Innenstadt, dort wurde ein Jugendlicher von einem Nazi mit seinem Hund bedroht. Dieser Nazi fiel in Vergangenheit schon durch einen Übergriff am Rosenmontagszug und andere Bedrohungen und Gewalttätigkeiten auf. Infos findet ihr bei der Autonome Antifa Emsdetten

28. März – Dortmund:
Am Todestag von Thomas „Schmuddel“ Schulz kam es am Rande einer Gedenkkundgebung zu einem Polizeiübergriff. Die Bullen verwehrten mehreren Bekannten von Thomas Schulz den Zutritt zu der U-Bahnhaltestelle. Nach einigen Wortgefechten griffen die Bullen einige Personen an und rissen eine Person zu Boden um diese festzunehmen, nachdem ein Freund dem Betroffenen zu Hilfe kommen wollte, wurde er ebenfalls angegriffen, zu Boden gebracht und wurde ebenfalls festgenommen. Auf dem Video kann man deutlich die Situation sehen. Die AID hat einen ausführlicheren Bericht und einen Nachtrag dazu.

24. März- Lingen:
Am Abend des 24. März 2012 kam es in Lingen zu einem gewalttätigen Übergriff von NPD-Mitgliedern auf einen Punk. Nach einer verbalen Auseinandersetzung griffen Roland Schreiber (der erste Vorsitzende des NPD Unterbezirks Emsland/Grafschaft Bentheim) und eine weiterere Person den Punk an und schlugen mehrmals mit einem Kantholz auf die am Boden liegende Person ein. Weitere Infos findet ihr hier.

Literaturempfehlung:

Hiermit wollen wir euch auf das relativ neue Buch: „Antifa – Geschichte und Organisierung“ aufmerksam machen. Auf 180 Seiten wird ein kurzer Rückblick auf die Geschichte und Wurzeln der deutschen Antifabewegung gegeben, sowie aktuelle Strömungen der Antifa vorgestellt und Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede benannt. Mit verständlicher Sprache und gut recherchierten Berichten bietet das Buch einen guten Einstieg über das „Konzept“ Antifa und gehört damit zum Standard für junge Antifaschist*innen. Hier der Klappentext:

„Antifaschismus ist eines der zentralen Aktionsfelder der radikalen Linken in Deutschland: In fast jeder Stadt existieren Antifa-Gruppen, viele Jugendliche kommen durch sie zu linksradikaler Politik und immer wieder machen militante Aktionen gegen Nazis und ihre Aufmärsche von sich reden.
Doch was zeichnet diesen autonomen Antifaschismus aus? Wo liegen seine historischen Wurzeln und theoretischen Bezugspunkte? Die Endphase der Weimarer Republik, in der die historische Antifaschistische Aktion entstand, ist mit den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen nicht vergleichbar. Dazwischen liegt der historische Bruch von Nationalsozialismus und Shoah. Auch die Entwicklungen in der BRD und dem wiedervereinigten Deutschland schufen neue Bedigungen, denen sich revolutionäre AntifaschistInnen stellen mussten. Verbindend ist jedoch die in Max Horkheimers Diktum ‚Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen‘ formulierte Perspektive auf die Überwindung der bestehenden Herrschaftverhältnisse.
Gegenstand dieses Buches sind die Entwicklungen und Brüche in Theorie, Organisierung und Praxis eines ‚revolutionären Antifaschismus‘, der bis heute in zahlreichen Antifa-Gruppen bundesweit in unterschiedlichen Formen Ausdruck.“

Erschienen ist das Buch bei Theorie.org / ISBN 3-89657-665-8 und kostet 10,00 Euro