Archiv für April 2011

Aus der Region:

29. April – Ahlen:
Die Antifa Ahlen organisiert am 29. April eine Antifaparty mit dem Motto: „Für eine starke und kritische linke Jugendbewegung!“ Um 21 Uhr geht es im Bürgerzentrum Schuhfabrik mit fettem Electropunk vom DJ FRZZZ und einem Special Guest los. Antifa Ahlen

22. April – Dortmund:
Am kommenden Freitag wollen (ehem.) Mitglieder und Sympathisant_innen der rechten Hooligangruppierung „Borussenfront“ eine Jubiläumsparty im „Nationalen Zentrum“, dem örtlichen Nazitreffpunkt in der Rheinischen Straße 135 feiern. Antifas sollten sich den Termin also freihalten. „Indymediabericht“

15. April – Hamm:
Matthias Drewer, Neonazi aus Hamm, wurde am vergangenen Freitag zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt, nachdem er im Dezember eine 22-jährige Studentin mit Pfefferspray angegriffen und verletzte hatte. Weiterhin wird er beschuldigt das Parteibüro der Linken beschädigt zu haben. „Quelle“

13. April – Dortmund:
In der Nacht zum 13. April wurde das selbsternannte „Nationale Zentrum“ in Dortmund-Dorstfeld großflächig mit rosa Farbe verschönert. Passend zum wöchentlichen Treffen der „Autonomen Nationalisten“. Wir hoffen das die Faschos viel Spass beim Reinigen hatten und solidarische Grüße an die Antifas aus Dortmund – sehr schön! „Quelle“

Heute: Räumung in Münster

Heute um 9 Uhr räumten die Bullen das besetzte Haus in der Grawertstrasse in Münster. Das seit 3 Wochen bestehende soziale Wohnprojekt wurde nun durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) polizeilich beendet. Das und die konsequente Verweigerung jeglicher Verhandlungen enttäuscht die ehemaligen Bewohner_innen sehr: „Für uns ist es unverständlich warum dieser drastische Schritt nun doch vollzogen wurde, gerade zu einem Zeitpunkt, an welchem die Verhandlungen mit der Stadt Münster angefangen hatten, konstruktiv zu werden. Wir sind traurig und wütend, aber wir werden Leben in die Grawertstraße bringen.“ Die drei Menschen, die zum Zeitpunkt der Räumung im Haus waren wurden nach einer Personalienfeststellung wieder frei gelassen.

Damit die Wut über die Räumung auch öffentlich wird, kommt alle um 20 Uhr in die Grawertstrasse zur spontanen Demonstration! Wir solidarisieren uns mit den ehemaligen Bewohner_innen der Grawertstrasse und ihren Forderungen.

Autonome Antifa Rheine

Presselinks zum Thema:
Indymediabericht
Münstersche Zeitung

Bericht: Stolberg

Am Samstag (09.04.2011) fand in Stolberg ein sog. „Trauermarsch“ der Nazis, organisiert durch die lokalen NPD- und Kameradschaftsstrukturen, statt. Die Nazis beziehen sich dabei auf ein Tötungsdelikt an einem 19- jährigen aus Stolberg während einer Auseinandersetzung zwischen zwei jugendlichen Gruppen. Aufgrund der Tatsache, dass sich in der Gruppe des Getöteten ein Mitglied der örtlichen NPD befand, versuchen die Nazis diese Auseinandersetzung für sich zu instrumentalisieren. Mehr zu den Hintergründen findet ihr hier. Gegen den Naziaufmarsch fanden verschiedene Protestaktionen statt, u.a. rief ein Bündnis zu Massenblockaden auf. Mehrere hundert Antifas blockierten direkt am Morgen den Stolberger Hauptbahnhof und verzögerten so um ca. anderthalb Stunden die Anreise der Nazis. Den ganzen Tag über gab es Blockadeversuche, die es den Nazis erschwerten ihre Demonstration durchzuführen. Erst nach einiger Verspätung gelang es ihnen ihren „Trauermarsch“ durchzuführen. Die ca. 400 Nazis kamen vorwiegend aus NRW ( Aachen, Köln und Umgebung ), aber auch ca. 25 Faschos aus den Niederlanden. Auch aus dem Münsterland waren ca. 30 Nazis angereist ( sh. Foto bei dem Journalisten Klarmann).

Die Gegendemonstrant_innen hatten den ganzen Tag mit extrem sinnlosen Auflagen und Schikanen der Bullen zu kämpfen. Es gab mehrere rechtswidrige Kesselungen, u.a. wurde ein Kesselversuch mit der Begründung durchgesetzt, dass der Einsatzleiter seinen Einsatzplan verloren hat und die Bullen davon ausgegangen sind, dass die Demonstrant_innen diesen besitzen. Es ist klar, das diese an den Haaren herbeigezogene Begründung nur dazu diente den Bullen Zeit zu verschaffen. Alles in allem kristallisierte sich heraus, dass das Konzept „Massenblockaden“ in einer Kleinstadt schnell an seine Grenzen stößt und das die Bullen es geschafft haben ihre Strategie der „räumlichen Trennung“ durchzusetzen. Wir werten die antifaschistischen Proteste zwar nicht als Erfolg – denn die Nazis konnten marschieren – aber es gelang den Naziaufmarsch stark zu verzögern und somit auch die Motivation der Nazis fürs nächste Jahr ein wenig zu dämpfen.

Einen guten Überblick über die Teilnehmer_innen findet ihr hier und einen ausführlichen Bericht auf Indymedia

Axel trauert ;)

Dortmund: Bericht „Schmuddelgedenkdemo“

Am Samstag (02.April 2011) demonstrierten anläßlich des am 28. März 2005 ermordeten Punks Thomas „Schmuddel“ Schulz mehr als 400 Menschen in Dortmund gegen rechte Gewalt. Aufgerufen hatte das Dortmunder Antifa Bündnis (DAB). Thomas wurde in der U-Bahn-Station Kampstraße, aufgrund einer verbalen Auseinandersetzung, von dem damals 17-jährigen Neonazi Sven Kahlin erstochen. Bereits am Todestag hielten ca. 150 Antifaschist_innen eine Mahnwache am Tatort ab. Die jährliche Demonstration begann an den Katharinentreppen vor dem Hauptbahnhof und zog von da aus lautstark durch die Nordstadt um dann, nach einer Zwischenkundgebung an der alternativen Kneipe Hirsch-Q, an der U-Bahn-Station Kampstraße mit einer Abschlußkundgebung zu enden.

In den Redebeiträgen wurde über die rassistische Stimmungsmache gegen die Bewohner_innen der Nordstadt, die Angriffe auf die Hirsch-Q sowie über den Mörder von Thomas, Sven Kahlin, und dessen Anbindung an die rechte Szene in Dortmund informiert. Auf einem Dach an der Leopoldstraße wurde von Unterstützer_innen ein Transparent mit „Nazis jagen, Bullen stressen – kein Vergeben kein Vergessen “ entrollt, Bengalos und Feuerwerk gezündert sowie Antifa-Fahnen geschwenkt. Zeitgleich demonstrierten 70-90 Nazis in Lütgendortmund gegen das dort entstandene Asylbewerberunterkunft. Die Nazis trauten sich aus Angst vor antifaschistischer Intervention ihre Kundgebung erst einen Tag vorher anzumelden und konnten dennoch nicht ungestört ihre rassistische Kackscheiße verbreiten.

Kurzberichte

02. April – Köln:
Am Samstag demonstrierten ca. 1000 Menschen in Köln unter dem Motto „Für ein AZ – Alles muss man selber machen!“ für das selbstverwaltete Autonome Zentrum (AZ). Hintergrund war die durch starke linke Mobilisierung und hartnäckigen Verhandlungen der Besetzer_innen verhinderte Räumung vor fünf Tagen. Weitere Infos und das „Kommunique #4″

31. März – Münster:
Rund 120 Betroffene und Unterstützer_innen demonstrierten gegen den am selben Tag ausgelaufenen Abschiebestop für Roma und andere Minderheiten in den Kosovo. In verschiedenen Redebeiträgen wurde die Lebenssituation im Kosovo geschildert und ein sofortiges dauerhaftes Bleiberecht gefordert. Weitere Infos

25. März – Münster:
Seit anderthalb Wochen ist in der Grawertstrasse ein Haus besetzt worden. Die Bewohner_innen protestieren damit gegen den Leerstand einer ganzen Straße – und das in einer Stadt mit erklärten Mangel an günstigen und sozialen Wohnraum. Die Bewohner_innen „möchten zusammen leben, ökologische Projekte verwirklichen und eine Plattform für politische Diskussionen und soziale Angebote bieten“. Das Haus gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), diese hat die Häuser allerdings im Rahmen von NATO-Verträgen den britischen Streitkräften zur Nutzung überlassen. Durch die BImA wurde Strafanzeige gestellt, erste Verhandlungen mit der BImA und den britischen Streitkräften laufen. Weitere Infos

25. Februar – Hamm:
Aufgrund der Festnahme von Matthias Drewer, einem führenden Mitglied der KS-Hamm, demonstrierten ca. 50 Nazis „spontan“ durch die Innenstadt von Hamm. Sie riefen rassistische Parolen und verteilten Flugblätter „gegen polizeiliche Repressionen“ an Passanten. Der festgenommene 19jährige muss sich für zahllose Beschädigungen am Parteibüro der Linken und zudem wegen Körperverletzung verantworten , da er eine Frau mit Pfefferspray angegriffen hat, die daraufhin in einer Augenklinik behandelt werden musste. Antifa Hamm