Archiv für Juli 2010

Münster: BW konnte nicht ungestört feiern!

Die von der Bundeswehr geplante „Feierlichkeit zum Abschied des Lufttransportkommandos“ konnte nicht ungestört stattfinden. Schon im Vorfeld der Mobilisierung gegen die öffentliche Militärverherrlichung, ließ die Bundeswehr verlauten „das die BWAbstand von dem geplanten großen Zapfenstreich nehmen würden und den Abschied in etwas kleinerem Rahmen durchführen wollte“. Trotz der knappen Mobilisierungszeit protestierten ca. 200 Personen lautstark mit Trommeln, Vuvuzelas (endlich mal sinnvoll eingesetzt!) und Trillerpfeifen gegen den Zapfenstreich. Dabei mussten die SoldatInnen und deren Gäste einige antimilitaristische Parolen und Lieder über sich ergehen lassen. Als die DemonstrantInnen bei Beginn des Fackelmarsches noch immer direkt vor dem Schloss protestierten, ließ die großzügig vertretene Polizei den Platz räumen. Mit der üblichen Vorgehensweise schaffte es die Polizei recht schnell die DemonstrantInnen vom Platz zu drängen – mindestens zwei Verletzte und eine Festnahme sind das Fazit. Ebenfalls beliebt machten sich die Beamten als sie die Stromzufuhr des dortigen Asta-Häuschen kappten, sowie zahlreiche Pressefotografen bei ihrer Arbeit behinderten, wohlgemerkt nur die der kritischen Presse. Die Vertreter der „Bundeswehrwerbezeitung – Münsterländische Volkszeitung“ und einige aufdringliche „Privatpersonen“ konnten jedoch ungehindert und abgesichert durch Feldjäger Portraitaufnahmen von DemonstrantInnen machen.

Insgesamt betrachten wir unseren Protest gegen den „Bundeswehr-Zapfenstreich“ als erfolgreich. Die Bundeswehr war schon am Anfang in der Defensive – Änderung des Programmablaufes, Anforderung von Polizeischutz und zu guter Letzt: keine öffentliche Veranstaltung im eigentlichen Sinne. Durch die zahlreich erschienende Polizei und Unmengen von Bundeswehrfeldjägern sah der Schlossplatz eher einer Festung ähnlich als einer Abschiedszeremonie. Der Lärm der durch Parolen rufen, Musik, Trommeln und ähnlichem entstand, dürfte den anwesenden SoldatInnen und Gästen schon gewaltig auf die Nerven gegegangen sein. Die Vermittlung von politischen Inhalten konnte leider kaum stattfinden, da die Polizei das Zeigen von Schildern und Transparenten unterband, sowie Flyer und Plakate entfernte. Es ist fragwürdig ob unsere Inhalte wie die Ablehnung der zunehmenden Militarisierung der Gesellschaft, Kriegseinsätze und durch solche Veranstaltungen gegebenen Anknüpfungspunkte an reaktionäre Ideologien,trotz der Polizeiwillkür genügend zur Geltung gebracht werden konnten.
Weitere Berichte findet ihr hier.